Das Wichtigste in Kürze:
Vielfalt für jede Küchensituation: Von Seidentofu mit 90% Wassergehalt für cremige Desserts über festen Tofu als vielseitigen Klassiker bis hin zu extra-festem Tofu mit fleischähnlicher Textur bietet die Tofufamilie für jedes Gericht die passende Variante.
Optimale Zubereitung für mehr Geschmack: Wickle festen Tofu vor der Verwendung in ein Küchentuch und beschwere ihn für 30 Minuten, um überschüssiges Wasser zu entfernen und eine bessere Aufnahme von Marinaden zu ermöglichen.
Spezialsorten für Experimentierfreudige: Neben den Grundsorten bereichern geräucherter Tofu mit eigenem Aroma, saugfähige Tofu-Puffs für Suppen, die traditionelle Tofuhaut (Yuba) sowie schwarzer Tofu mit nussigem Geschmack die kulinarische Vielfalt der Sojaspezialität.
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Entdecke die vielfältige Welt des weißen Wunderblocks
Neulich stand ich vor dem Kühlregal meines Lieblingsladens und starrte auf die beeindruckende Tofu-Auswahl. Seidentofu, fester, geräucherter… . Moment mal!
Seit wann gibt es denn so viele verschiedene Sorten? Als eingefleischter Tofu-Fan war mir natürlich klar.
Es ist Zeit, Licht ins Dunkel der Vielfalt zu bringen.
Die Tofu-Familie: Vielseitiger als du denkst
Tofu ist nicht gleich Tofu – genauso wenig wie Käse gleich Käse ist. Würdest du Parmesan und Frischkäse in einen Topf werfen? Wohl kaum!
Denn bei ihm verhält es sich ähnlich. Je nachdem, wie viel Wasser beim Herstellungsprozess ausgepresst werden, entstehen unterschiedliche Texturen und Konsistenzen. Und genau diese Unterschiede machen Tofu zu einem wahren Verwandlungskünstler in der Küche.
Seidentofu – Der zarte Verführer
Stell dir vor, du streichst mit dem Löffel durch einen seidigen Pudding – so fühlt sich Seidentofu an. Mit einem Wassergehalt von bis zu 90% ist er der weichste Vertreter der Tofufamilie. Seine cremige, fast schon puddingartige Konsistenz macht ihn zum perfekten Kandidaten für Desserts, Smoothies und Saucen.
Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten selbstgemachten Schoko-Mousse mit Seidentofu. „Das soll funktionieren?“, fragte ich mich skeptisch. Aber als ich den ersten Löffel probierte – himmlisch! Niemand hätte geahnt, dass der cremige Genuss auf dieser Basis war.
Seidentofu findest du übrigens meist in Tetrapaks, nicht im Kühlregal. Er hält sich ungekühnt relativ lange, muss aber nach dem Öffnen schnell verbraucht werden. Klein, aber oho – so könnte man ihn beschreiben!
Fester Tofu – Der Allrounder

Wenn du an Tofu denkst, hast du wahrscheinlich den festen Tofu vor Augen. Er ist der Klassiker unter den Tofuarten – der Alleskönner, der Standardtyp, der verlässliche Freund in der Küche. Mit einem geringeren Wassergehalt als Seidentofu bietet er eine festere, aber dennoch schneidbare Konsistenz.
Fester Tofu lässt sich hervorragend marinieren, anbraten, backen oder grillen. Er ist wie ein musikalisches Grundgerüst.Ddas nur darauf wartet, mit den richtigen Noten – oder in diesem Fall Gewürzen – zum Leben erweckt zu werden. Pur schmeckt er zugegeben etwas fad, aber genau das ist seine Stärke: Er nimmt Aromen wie ein Schwamm auf.
Ein Tipp aus meiner Küche: Wickle ihn vor der Zubereitung in ein sauberes Küchentuch und beschwere ihn mit einem schweren Gegenstand. Nach etwa 30 Minuten hat er überschüssiges Wasser verloren und nimmt Marinaden noch besser auf. Ein kleiner Zeitaufwand, der sich geschmacklich enorm auszahlt!
Extra-fester Tofu – Der Kraftprotz
Für alle, die es richtig bissfest mögen, gibt es den extra-festen. Er enthält noch weniger Wasser als der feste und hat daher eine kompaktere, fleischähnlichere Textur. Wenn du auf der Suche nach einem Fleischersatz für den Grill oder die Pfanne bist, ist er dein Mann!
Extra-fester Tofu behält auch bei längerer Garzeit seine Form und zerfällt nicht so leicht. Er ist wie der stoische Fels in der Brandung deiner Küche – standhaft und charakterstark. Perfekt für Kebabs, Würfel in Currys oder als Steak-Alternative.
Ein Bekannter von mir – überzeugter Fleischesser – hat neulich versehentlich meinen marinierten extra-festen vom Grill probiert und war ernsthaft verwundert, als ich ihm sagte, was er da gerade gegessen hatte. Seine Worte: „Das hat ja tatsächlich Biss!“
Ja, liebe Freunde, so kann er überraschen.
Geräucherter Tofu – Der Charakterkopf
Anders als seine Verwandten bringt geräucherter Tofu bereits ein eigenes, markantes Aroma mit. Durch den Räucherprozess erhält er einen herzhaften, rauchigen Geschmack, der ihn zu einem echten Charakterkopf macht. Er ist sozusagen der extrovertierte Cousin in der sonst eher zurückhaltenden Tofufamilie.
Wenn er geräucherter ist, dann ist er meist relativ fest.Und kann ohne viel Schnickschnack verwendet werden. Er macht sich hervorragend auf Sandwiches, in Salaten oder als Snack zwischendurch. Für mich ist er der perfekte Begleiter auf Wanderungen – nahrhaft, lecker und braucht keine Kühlung.
Fun Fact: Als ich einmal eine Platte mit geräuchertem Tofu und veganem Käse auf einer Party servierte, griff ein Gast beherzt zu und meinte: „Dieser Käse ist ja fantastisch!“ Ich habe ihn in dem Glauben gelassen – manchmal ist Unwissenheit tatsächlich ein Segen!
Tofu-Puffs – Die luftigen Gesellen
Hast du schon einmal diese kleinen, goldbraunen, aufgeblasenen Tofuwürfel gesehen? Das sind Tofu-Puffs! Sie werden hergestellt, indem Tofustücke in heißem Öl frittiert werden, wodurch sie aufgehen und innen kleine Hohlräume bilden – wie ein Schwamm mit vielen kleinen Luftblasen.

Diese luftigen Gesellen sind absolute Saucen-Magneten. Sie saugen Flüssigkeit auf wie ein Schwamm und explodieren förmlich im Mund mit Geschmack. In der asiatischen Küche werden sie häufig in Suppen oder Currys verwendet.
Ich liebe sie in einer würzigen Laksa-Suppe, wo sie die aromatische Brühe aufsaugen und bei jedem Bissen eine kleine Geschmacksexplosion erzeugen. Es ist, als hätte jemand kleine Geschmacksbomben in deine Suppe gestreut!
Tofu-Haut (Yuba) – Das unbekannte Juwel
Jetzt wird es exotisch: Tofu-Haut, auch Yuba genannt, ist die Haut, die sich beim Erhitzen von Sojamilch an der Oberfläche bildet. Ähnlich wie bei erhitzter Kuhmilch. Diese Haut wird vorsichtig abgenommen und entweder frisch verwendet oder getrocknet.
Frische Tofuhaut ist zart und leicht elastisch, während getrocknete Tofuhaut erst eingeweicht werden muss. In beiden Formen kann sie für Röllchen, als Wickel für Füllungen oder in dünne Streifen geschnitten als „Nudeln“ verwendet werden.
Tofuhaut ist in der westlichen Küche noch ein Geheimtipp. Jedoch in der asiatischen Küche, besonders in China und Japan, ein geschätztes Lebensmittel. Wenn du die Chance hast, probier sie unbedingt aus. Sie ist wie das unentdeckte Juwel der Tofuwelt, das nur darauf wartet, von abenteuerlustigen Feinschmeckern entdeckt zu werden!
Schwarzer Tofu – Der mysteriöse Fremde
Schwarzer Tofu ist ein besonderes Schmankerl und in unseren Breitengraden eher selten anzutreffen. Er wird mit schwarzen Sojabohnen hergestellt und hat daher eine dunklere Farbe und einen intensiveren, leicht nussigen Geschmack.
In Taiwan gibt es zudem eine fermentierte Variante des schwarzen Tofus, die durch die Fermentation mit einer speziellen Pilzkultur entsteht. Das Ergebnis ist einer mit einer fast schon würzigen, komplexen Geschmacksnote – nichts für Anfänger, aber ein wahres Geschmackserlebnis für experimentierfreudige Gaumen.
Der Schwarzer ist wie der mysteriöse Fremde unter den zahlreichen Arten. Selten, ein bisschen geheimnisvoll und mit versteckten Qualitäten, die sich erst beim näheren Kennenlernen offenbaren.
Aromatisierter Tofu – Der bunte Vogel

Für Eilige oder Experimentierfreudige gibt es mittlerweile eine breite Palette an bereits aromatisierten Tofuprodukten. Von Kräutern über Chili bis hin zu exotischen Gewürzmischungen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Diese bunten Vögel unter den Tofu-Arten eignen sich gut für schnelle Gerichte, da sie bereits gewürzt sind und sich direkt nutzen lassen. Sie ähneln den vorgefertigten LEGO-Sets unter den Bausteinen – weniger Kreativitätsspielraum, dafür schneller ein Ergebnis.
Persönlich greife ich lieber zum Natur-Tofu und würze selbst, aber an stressigen Tagen bin ich durchaus dankbar für diese zeitsparende Alternative. Besonders der mit Basilikum und Knoblauch aromatisierte Tofu hat es mir angetan – perfekt für schnelle Pasta-Gerichte!
Fazit: Für jeden Geschmack der richtige Tofu
Die Vielfalt der Tofu-Arten ist beeindruckend und bietet für jeden Geschmack und jedes Gericht die passende Variante. Von cremig-weich bis bissfest, von neutral bis charakterstark – Tofu ist ein wahres Chamäleon in der Küche.
Also, welche Art wird dein nächstes kulinarisches Abenteuer begleiten? Vielleicht wagst du dich an eine cremige Mousse au Chocolat mit Seidentofu? Oder grillst fertig marinierten extra-festen Tofu für deine nicht-veganen Freunde, um sie zu überraschen? Möglicherweise entdeckst du ja sogar ein neues Lieblingsgericht mit Tofu-Puffs oder Tofu-Haut?
Die Tofu-Welt steht dir offen – und ich hoffe, dieser kleine Überblick hat dir Lust gemacht, die verschiedenen Arten selbst zu entdecken und auszuprobieren. Denn wie bei so vielem im Leben gilt auch hier: Die Vielfalt macht’s!